Wurden während des Indo-Pakistan-Krieges 1971 taktische Raketen eingesetzt?

Wurden während des Indo-Pakistan-Krieges 1971 taktische Raketen eingesetzt?

Während des Indo-Pakistan-Krieges von 1971 wurden einige Sidewinder- und Atoll-Raketen in der Luft eingesetzt. Die SA-2-Leitlinie wurde von der indischen Seite als SAM verwendet, und auf See griff die indische Marine pakistanische Stützpunkte mit Styx-Anti-Schiffs-Raketen an.

Ich konnte jedoch im Internet keine Aufzeichnungen über den Einsatz von taktischen Landraketen finden. Ich denke besonders an Panzerabwehrraketen, wie die SS 10, die TOW, die Sagger oder die Kobra-Raketen. Ich nehme an, einige von ihnen hätten in den Inventaren beider Armeen sein sollen, wurden also irgendwelche taktischen Landraketen verwendet?


Hängt von Ihrer Definition von taktischer Rakete ab, aber nein.

Sowohl Malyutka als auch TOW waren damals brandneu. Ein Jahr später wurden sie zuerst in Vietnam und danach im Nahen Osten beschäftigt. Indien und Pakistan erhielten ihre jeweiligen Versionen noch später. Gründe könnten sein, dass kein Land den beiden Supermächten (Indien für die Sowjetunion und Pakistan für die USA) so nahe und wichtig für sie war. Daher bekamen sie Waffentechnik erst mit gewisser Verzögerung.

Pakistan hat zum Beispiel nie die F-4 Phantom II erhalten, ein Flugzeug, das Israel, das den USA politisch viel näher stand, bereits damals hatte. Sie erhielten auch nicht die F-5, die in Südvietnam diente. Pakistan hatte die F-86 (bereits veraltet und im US-Inventar ersetzt) ​​und die F-104A, eine Version, die im USAAF-Inventar nur von kurzer Dauer war und 1971 ersetzt wurde. Tatsächlich das US-Waffenembargo, das nach dem indisch-pakistanischen Krieg eingeführt wurde von 1965, war noch wenige Jahre nach dem Krieg von 1971 in Kraft.

Die Sowjetunion war in dieser Hinsicht pragmatischer und belieferte Indien mit bestimmten Waffentypen, die für den Export freigegeben wurden. Indien hatte die Mig-21 FL, eine etwas abgespeckte Version für Länder der Dritten Welt. Sie erhielten auch P-15 Termit und T-54/55 Panzer, aber S-75 Dvina wurde nie nach Indien verkauft. Die damals übliche sowjetische Politik bestand darin, relativ moderne Ausrüstung an Verbündete der Dritten Welt zu verkaufen, aber etwas herabgestuft und bereits in den sowjetischen Dienst eingeführt. Dies steht im Gegensatz zur modernen russischen Praxis, manchmal neueste und noch nicht eingeführte Geräte an Länder wie Indien zu verkaufen, um die notwendigen Mittel zu erhalten.

Erwähnenswert ist, dass zu dieser Zeit keine der beiden Seiten ballistische Raketen hatte. Zu dieser Zeit entwickelten die USA keine ballistischen Kurzstreckenraketen und verkauften sie nicht an verbündete Länder. PGM-11 Redstone wurde bereits 1971 ausgemustert. Die Sowjetunion bot zwar Scud- und Luna-Raketen auf dem internationalen Markt an, aber wieder in erster Linie engeren Verbündeten und auf jeden Fall nach 1971. Sowohl Indien als auch Pakistan entwickelten später Atomwaffen und eigene indigene ballistische Raketen zur Auslieferung.

Als letzte Anmerkung scheint es, dass beide Seiten während des Krieges nicht über mehrere Raketenwerfer in ihren Artillerieeinheiten verfügten. Dies ist etwas seltsam, zumal die Sowjetunion in diesen Jahren BM-13, BM-14 und BM-21 exportierte. Stattdessen scheinen sich sowohl Indien als auch Pakistan auf konventionelle Röhrenartillerie verlassen zu haben.


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